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Die Astronomie-Seiten von Mario Weigand

Venus

Die Venussichel

Die Venus ist nach dem Merkur der zweitinnerste Planet sowie der sechstgrößte des Sonnensystems. Sie kommt auf ihrer Umlaufbahn der Erde am nächsten und hat fast die gleiche Größe. Nach dem Mond ist sie das hellste Objekt am Nachthimmel. Da die Venus als einer der unteren Planeten morgens und abends am besten sichtbar ist und nie gegen Mitternacht, wird sie auch Morgenstern bzw. Abendstern genannt. Sie ist ein erdähnlicher (terrestrischer) Planet und fast genauso groß wie die Erde.

Neben der sehr schönen Phasengestalten ist es auch möglich, mit einem UV-Filter Wolkenstrukturen in ihrer Atmosphäre abzubilden. Auch im nahen Infrarot ist es möglich Strukturen sichtbar zu machen und bei 1000 nm gibt es sogar ein Fenster für die Oberfläche! Ansonsten erscheint die Venus im sichtbaren Licht fast völlig strukturlos.

Nur erfahrene Planetenbeobachter können dennoch schwache Albedo-Details ausmachen. Hier gibt es einige Infos zur visuellen Beobachtung der Venus.

Sichtbarkeit 2015 (22 Bilder)
Miniaturansicht Seit dem Venustransit 2012 habe ich unseren inneren Nachbarplaneten nicht mehr richtig verfolgt. Die Sichtbarkeitsphasen waren allerdings auch nicht optimal. Das Jahr 2015 begann bereits mit einer laufenden östlichen Elongation und einer guten Abendsichtbarkeit dank steiler Ekliptik.
Erste Aufnahmen gelangen im März und April, allerdings bei teilweise schwierigen Seeing-Bedingungen. Ich versuche vor allem am Taghimmel Aufnahmen zu gewinnen, da Venus nachmittags sehr hoch am Himmel steht. Hoffentlich wird es in diesem Jahr noch gute Chancen geben...
Venustransit 2012 (11 Bilder)
Miniaturansicht Der Venustransit am 6. Juni 2012 war der letzte in diesem Jahrhundert. 105 Jahre, bis 2117 werden die Menschen bis zum nächsten Ereignis warten müssen! In der Zwischenzeit kann man sich allerdings mit einigen Merkurtransiten trösten, hier einige Daten dazu.

Für die Beobachtung des Vorübergangs bin ich nach Kreta gereist. Dort hatte ich die Gelegenheit, das Skinakas-Observatorium auf über 1700 m Höhe als Beobachtungsort zu nutzen. Die Sicht war im Allgemeinen sehr gut, lediglich Wind und launisches Seeing waren zu verschmerzen.
Sichtbarkeit 2012 (13 Bilder)
Miniaturansicht Das Jahr 2012 war für die Beobachtung der Venus ideal. Die Sichtbarkeitsbedingungen ähnelten stark denen von 2004, denn Erde und Venus standen in fast der gleichen Konfiguration. So begann 2012 genau wie 2004 mit einer optimalen Abendsichtbarkeit mit größter östlicher Elongation am 27. März.
Danach verringerte sich wieder der Sonnenabstand, bis es am 6. Juni zu einem Transit kam. Venus lief dann für die heute lebenden Menschen das letzte Mal als schwarze Scheibe vor der Sonne vorüber. Der nächste Venustransit wird erst im Jahr 2117 stattfinden.
Schließlich folgte eine ebenfalls recht gute Morgensichtbarkeit, die den Rest das Jahres ausfüllte. Die größte westliche Elongation fand am 15. August statt und die anschließende obere Konjunktion erst am 28. März 2013.
Sichtbarkeit 2009 (6 Bilder)
Miniaturansicht Das Jahr 2009 begann mit der bereits laufenden östlichen Elongation. Die ersten Aufnahmen nach der oberen Konjunktion entstanden bereits im Juli 2008. Gegen Ende Januar erreichte Venus bereits einen Durchmesser von fast 30". Ihre Phase und ihr Durchmesser änderten sich rapide. Die untere Konjunktion erreichte sie am 27. März und wechselte anschließend an den Morgenhimmel.
Sichtbarkeit 2008 (5 Bilder)
Miniaturansicht Anfang des Jahres ging die Westliche Elongation von Ende 2007 mit sehr ungünstigen Sichtbedingungen zu Ende. Venus näherte sich nur langsam der oberen Konjunktion, welche sie erst am 9. Juni 2008 erreichte. Ca. 6 Wochen später stand Venus schon ~14° östlich der Sonne, womit ihre Abendsichtbarkeit eingeläutet wird. Eine Beobachtung am Tag lieferte schließlich ein erstes IR-Bild, das die Phasengestalt der fast vollen Venus zeigt.

In den folgenden Monaten verschlechterte sich ihre Position am Himmel für weitere Beobachtungen und wurde erst im Herbst mit der steil im Westen stehenden Ekliptik besser. Fotografisch habe ich die Venus dann ab Januar 2009 wieder verfolgt.
Sichtbarkeit 2007 (66 Bilder)
Miniaturansicht Venus hatte Anfang des Jahres ihre obere Konjunktion schon eine Weile hinter sich. Zu einer ersten Sichtung kam es bereits im Dezember 2006 am Abendhimmel. Bei einer Beobachtung des Kometen McNaught gelangen ein paar Stimmungsaufnahmen in der Dämmerung. Die erste Detailaufnahme im UV ist dann im März 2007 entstanden!

Allgemein war die Sichtbarkeit 2007 deutlich besser als 2006, denn Venus stand deutlich höher über dem Horizont. Das versprach mehr Aufnahmen bei guten Bedingungen und weitere Experimente im nahen UV!
Sichtbarkeit 2006 (6 Bilder)
Miniaturansicht 2006 erreichte die Venus leider im ganzen Jahr nur geringe Höhen über dem Horizont, damit waren die Beobachtungsbedingungen deutlich schwieriger geworden. Daher gibt es aus diesem Jahr deutlich weniger Bilder. Nur drei Aufnahmen sind mir gelungen, eine davon im nahen UV. Dafür gab es oft schöne Begegnungen mit dem abnehmenden Mond am Morgenhimmel zu sehen.

Deutlich mehr sollte während der kommenden östlichen Elongation in 2007 möglich sein. Diese Position erreicht Venus am 9. Juni 2007, dann wird der Abstand zur Sonne 45.4° betragen. Eine Auflistung aller Venus-Positionen der nächsten Jahre gibt es auf Wikipedia unter Venuspositionen.

Mit der Ankunft des europäischen Venus Express hat die ESA Anfang 2006 ein Programm vorgestellt, bei dem Amateure mit ihren Aufnahmen zur Erforschung des Planeten beitragen können. Mehr dazu gibt es hier und hier zu lesen.
Sichtbarkeit 2005 (14 Bilder)
Miniaturansicht Diese Sichtbarkeitsphase war weniger interessant, da Venus im Vergleich zu 2004 immer relativ niedrig stand. Dennoch sind ein paar Aufnahmen am Taghimmel gelungen.

Jedoch ist der Kontrast im nahen UV-Licht tagsüber sehr flau, weswegen hier nicht sehr viel zu machen war. Eine interessante Feststellung war jedoch, dass sich der Baader K-Line-Filter, der zur Beobachtung der Sonne im Kalziumlicht dient, sehr gut auch als Wolkenfilter für die Venus verwenden lässt. Wegen des Durchlassfensters im nahen UV war dies aber zu erwarten gewesen.
Die Venusphasen
Miniaturansicht
Eine Kollage des Wandels der Phasengestalt der Venus während der östlichen Elongation 2004 bis zum Venustransit. Die Größenverhältnisse stimmen.
Sichtbarkeit 2004 (20 Bilder)
Miniaturansicht Im März 2004 stand die Venus sehr hoch über dem Horizont, damit ergaben sich die besten Beobachtungsbedingungen seit langem. Nach dem Venustransit habe ich erste CCD-Aufnahmen im nahen UV-Licht gemacht, welche schon einige Wolkenstrukturen enthüllen, die sich auf mit fast zeitgleich gewonnen Bildern anderer Fotografen auf ALPO-Japan (Association of Lunar and Planetary Observers) decken.

Weitere Infos zur UV-Beobachtung der Venus per CCD-Kamera und U-Filter gibt es in der Datenbank unter Filtereinsatz bei Venus: Wolkenstrukturen im nahen UV.
Der Venus-Transit am 08.06.2004 (29 Bilder)
Miniaturansicht Nach langen 122 Jahren war wieder ein Durchgang unseres inneren Nachbarplaneten Venus vor der Sonne zu beobachten. In Deutschland war dies zuletzt 1882 möglich und Europa wird, nach dem ungünstig zu beobachtenden zweiten Transit 2012, bis zum 08.12.2125 auf die nächste Gelegenheit warten müssen! Zum Glück der Astronomen begleitete sehr gutes Wetter dieses Jahrhundert-Ereignis!
Sichtbarkeit 2002 & 2003 (5 Bilder)
Miniaturansicht Venus hat so ein großes Rückstrahlvermögen, dass sie hell genug ist, um sie am Tag beobachten zu können. Unter sehr guten Bedingungen ist es sogar möglich die Venus sogar mit bloßem Auge am Taghimmel zu sehen! Am besten gelingt dies, wenn die Venus hoch über dem Horizont an einem klaren, dunstfreien Himmel steht und die Sonne durch ein Gebäude verdeckt wird. Hilfreich beim Aufsuchen kann ein Feldstecher mit Stativ sein.

Nahe ihrer oberen Konjunktion 2003 gelangen mir solche Beobachtungen zum ersten Mal. In dieser Konstellation steht die Venus schräg hinter der Sonne und zeigt nur wenig Phase.
Chemische Fotografie (3 Bilder)
Miniaturansicht Älteres Fotos, die ich noch auf die herkömmliche Art und Weise gemacht habe, nämlich mit einem gewöhnlichen chemischen Film, die Auflösung heutiger CCD-Fotografie ist nicht erreichbar.
Interne Links zur Venus
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