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Der Baader K-Line-Filter

Allgemeines

Der K-Line-Filter ist ein okularseitiger Filter, der in Kombination mit einem Weißlicht-Objektiv-Sonnenfilter oder einem Herschelkeil zur Beobachtung der Sonne im Spektralbereich der beiden starken Kalziumlinien verwendet werden.

Miniaturansicht In diesem Spektralbereich zeigt sich die Sonne tief violett. Die Besonderheit bei der Beobachtung mit diesem Filter ist das wesentlich deutlicher hervortretende Fackel-Netzwerk. Die Strukturen sind mit Supergranulationszellen assoziiert.

Dieser Spektralbereich ist nur bedingt visuell beobachtbar.
Die Empfindlichkeit des menschlichen Auges endet etwa in diesem Spektralbereich, manche Leute sehen daher nichts. Der Filter ist dagegen fotografisch problemlos einsetzbar. So setze ich ihn auch ein.

Der klare Vorteil dieser Filter gegenüber Komplettsystemen von Coronado ist die Flexibilität. Der Filter kann praktisch mit jeder Optik kombiniert werden, die mit Sonnenfilter oder Herschelkeil ausgestattet ist. Das kleinste System von Coronado ist das CaK-PST mit 40 mm Öffnung. Trotzdem kostet der Baader-Filter nur ein drittel des Preises für das CaK-PST.

Einen kleinen Nachteil hat der Filter gegenüber den teureren Systemen: der Filter hat einen wesentlich breiteren Durchlaß, weswegen der Kontrast auf der Kalzium-Linie geringer ist, als zum beispiel beim CaK-PST.
Im Hinblick auf das Preis-/Leistungsverhältnis haben beide Systeme Sinn.

Aufnahmen, die mit diesem Filter gemacht wurden gibt es hier:
Die Sonne im Licht der Kalzium K-Linie (CaK)
Hier ein Vergleich zwischen Weißlicht- und K-Line-Aufnahmen:

K-Line-Weißlicht-Vergleich
Externe Links:

Big Bear Solar Observatory
Das berühmte Sonnenobservatorium in den USA liefert aktuelle Gesamtansichten der Sonne in verschiedenen Spektralbereichen – auch Kalzium-K-Linie.

Der K-Line-Filter von Baader
Ein PDF rund um den Filter und dessen Anwendung, das Andreas Murner verfasst hat.