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Die Astronomie-Seiten von Mario Weigand

Der Pentax 100/400 SDUF II Astrograph

Allgemeines

Der vierlinsige Pentax 100/400 SDUF II ist ein sehr interessantester Astrographen im 4"-Bereich, der jedoch nicht für alle Disziplinen gleichermaßen gut geeignet ist, worauf ich noch eingehe. Der SDUF II liefert einen sehr großen korrigierten Bildkreis, der für das Mittelformat ausgelegt ist. Eigentlich handelt es sich sogar um ein verwandeltes Foto-Objektiv. Daher hat er bei den Vollformat-CCD-Kameras, wie meiner SBIG STL-11000M, leichtes Spiel.
Bei einer Brennweite von nur 400 mm und einem Öffnungsverhältnis von f/4, setzt er im Bereich der Weitfeldfotografie eine Marke. Denn in diesem Bereich gibt es nicht viele Geräte. Im stehen Refraktoren von Borg und Takahashi gegenüber, die zwar ähnliche (gleiche) Brennweiten bieten, aber bei weitem nicht so schnell sind. Borg bietet z.B. 400 mm f/5,6 und Takahashi 450 mm f/5,6.

Das Pentax SDUF II Design hat zwei Objektiv-Linsen und zwei Linsen, die weiter hinten sitzend als Bildfeldebnungslinsen ausgeführt sind. Die Frontlinse besteht aus SD Glas. Alle optischen Flächen haben die Pentax SMC-Vergütung. Die Farbkorrektur des SDUF II kommt jedoch bei weitem nicht an die SDP-Serie. Trotzdem findet auch diese Optik ihre Niesche, wo sie glänzen kann, mehr dazu im Praxisteil. Hier wäre eine Weiterentwicklung wünschenswert gewesen.

Inzwischen wurde die Teleskop-Produktion bei Pentax aber leider eingestellt. Die Sparte wurde durch Hoya gekauft, war offenbar nicht profitabel genug und ist dem Rotstift zum Opfer gefallen. Jedoch sind die Geräte hin und wieder auf dem Gebrauchtmarkt zu finden.

Aus der Praxis

Die Mechanik des Pentax 100/400 mm SDUF II ist sehr solide ausgeführt. Der Der Helikal-Okularauszug kommt auch mit den schwersten Kameras sehr zurecht und lässt sich exakt fokussieren. Mit einer eingavierten Skala samt Nonius ermöglicht das sehr genaue Ablesen der Fokusposition. Zur Adaption einer schweren Kamera ist – wie grundsätzlich bei der Fotografie – eine Schraub-Lösung zu empfehlen. Günstigerweise bietet Baader Planetarium einen Adapter vom Pentax M84-Gewinde auf das M68-System. Das Bild rechts zeigt eine äquivalente Lösung am Pentax 105/670 mm SDP.

Das fordere Ende der Taukappe ist mit der Pentax-typischen Gummierung versehen. Was ich an dem Gerät ein wenig vermisse, ist die einschiebbare Taukappe, wie man sie von den SDHF und SDUF (erste Version!) kennt. Warum Pentax dies bei dem SDUF II nicht weitergeführt hat, ist mir schleierhaft.
Für den Transport bietet Pentax einen dafür vorgesehenen Koffer an. Hier passt der Refraktor zusammen mit einigen Adaptern hinein, leider jedoch nicht mit montierter Rohrschelle. Ansonsten ist der Koffer stabil und sehr kompakt.

Nun noch ein paar Worte zur fotografischen Leistung. Wie schon erwähnt, bietet der SDUF II ein großes korrigiertes Gesichtsfeld und bildet bis in die Ecken meiner SBIG STL-11000M punktförmig ab. Jedoch ist der Farbfehler schon beträchtlich. Auf den wenigen Farbbildern, die man im Netz findet ist das überdeutlich.
Sehr interessant ist die Optik jedoch für Schmalbandfotografen und gerade hier weiß man ein schnelles Öffnungsverältnis zu schätzen! Ich konnte das Gerät bisher nur kurz leihweise ausprobieren, aber hier hat es schon gezeigt, was es kann. Die Abbildung mit H-Alpha-Filter ist hervorragend. Somit ist die Optik auch bestens für SII geeignet. Ein weiterer Test mit OIII-Filter steht noch aus.

Datenblatt
Optisches Design: 4-linsiger APO mit geebnetem Feld / Astrograph
Öffnung:100 mm
Brennweite:400 mm
Resultierendes Öffnungsverhältnis:f/4
Vergütung:SMC
Auflösungsvermögen:1,55"
Lichtsammelvermögen:204x
Tubusgewicht:4 kg
Tubuslänge:492 mm
Tubusdurchmesser:115 mm
Beispielbilder
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