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Die Astronomie-Seiten von Mario Weigand

Grundbegriffe der Planetenbeobachtung

Hier sind einige kurze Erläuterungen zu den geläufigen Grundbegriffen der Planetenbeobachtung.

Scheinbare tägliche Bahn am Himmel
Jedes Himmelsobjekt beschreibt infolge der Erdrotation eine scheinbare Bahn am Himmel. Ihr Verlauf hängt stark davon ab, wo sich das Objekt gerade bezüglich der Ekliptik befindet.

Bild-IDBegriffErläuterung
TagbogenAls Tagbogen wird die scheinbare tägliche Bahn eines Objekts bezeichnet. Sie beginnt mit dem Aufgang im Osten, gefolgt von der Kulmination im Süden und schließlich dem Untergang im Westen. Die Bezeichnung Tagbogen ist dabei unabhängig von der Tageszeit.
MMeridianDer Himmelsmeridian ist eine gedachte Linie, die von Norden durch den Zenit nach Süden läuft.
KulminationDurchläuft ein Planet der Himmelsmeridian, spricht man von Kulmination. Dieser Zeitpunkt ist wichtig für die Beobachtung, da der Planet gerade am höchsten Punkt des Tagbogens steht und somit die besten Sichtbedingungen zu erwarten sind.
1Der Planet steht am nördlichsten Punkt der Ekliptik und kulminiert hoch am Himmel. Dies ist bei Oppositionen im Winter der Fall. In Deutschland erreichen Planeten dann Höhen von über 60° – optimal für die Beobachtung.
2Planet am Himmelsäquator. Bei Oppositionen im Frühling oder Herbst der Fall.
3Steht ein Planet am südlichsten Punkt der Ekliptik, ist dies sehr ungünstig für Beobachter in Deutschland. Höhen von nur um die 20° bedeuten schlechte Sichtbedingungen. Dies ist bei Oppositionen im Sommer der Fall.
Planetenscheibchen am Himmel
In Bezug auf das Planetenscheibchen ist der scheinbare Durchmesser D zu erwähnen, der in Bogensekunden ["] angegeben wird (1" = 1/3600°).



Die scheinbaren Durchmesser der Planeten und einiger anderer Objekte bewegen sich in folgenden Bereichen:

PlanetDminDmaxObjektDminDmax
Merkur4,5"13,0"Europa0,66"1,12"
Venus9,7"66,0"Io0,78"1,30"
Mars13,9"24,2"Ganymed1,12"1,89"
Jupiter29,8"50,1"Kallisto1,03"1,73"
Saturn14,5"20,1"Titan0,64"0,89"
Uranus3,3"4,1"Ceres0,339"0,854"
Neptun2,2"2,4"Vesta0,22"0,70"

Durch ihre Rotation sind einige Planeten merklich abgeplattet, wodurch D* deutlich kleiner sein kann als D. Sehr schön lässt sich das bei Jupiter beobachten. Das beste Beispiel ist hier Jupiter, wie man hier anhand der Abweichungen von einem Kreis gut erkennen kann.

Weiterhin gibt es einige Begriffe, die mit der Orientierung eines Planeten am Himmel und auf dem Planetenscheibchen selbst zu tun haben.


Bild-IDBegriffErläuterung
CMCentral meridianDer Zentralmeridian ist eine gedachte Verbindungslinie zwischen den beiden Polen des Planeten. Der aktuelle Längengrad des CM kann Planetariumsprogrammen entnommen werden und gibt an, welcher Bereich des Planeten der Erde zugewandt ist.
PPreceeding limbDer vorangehende Rand des Planeten; Objekte auf dem Planeten verschwinden hier gerade von der der Erde zugewandten Seite.
FFollowing limbDer nachfolgende Rand des Planeten; Objekte auf dem Planeten drehen sich hier auf die der Erde zugewandten Seite.
N* / S*Nord-/SüdpolDie Pole des Planeten. Die klassische astronomische Darstellung von Bildern ist vertikal gespiegelt mit dem Südpol oben. Diese Darstellung kommt aber langsam aus der Mode.
W* / O*West-/OstrandDer West-, bzw. Ostrand des Planeten im Koordinatensystem des Planeten. Bzgl. der Himmelssphäre sind sie vertauscht!
Licht und Schatten
Zur Beleuchtung eines Planeten.

Bild-IDBegriffErläuterung
TTerminatorGrenze zwischen Tag- und Nachtseite. Objekte mit Atmosphäre weisen einen diffusen Terminator auf (z.B. Venus), andernfalls ist die Grenze hart (z.B. Mond).
AlbedoDas Reflexionsvermögen einer Oberfläche, es entscheidet über die scheinbare Helligkeit des Objekts und kann von der Wellenlänge abhängen (z.B. rote Farbe des Mars).
PhaseAnteil der sichtbaren beleuchteten Fläche. Wird i.A. in Prozent angegeben.


Je nach Blickwinkel fällt der Terminator bei den oberen Planeten entweder gar nicht auf (Mitte), oder es ist nur der Abendterminator (links, vor der Opposition), bzw. Morgenterminator zu sehen (rechts, nach der Opposition):


Die oberen Planeten erscheinen uns stets mit relativ voller Beleuchtung. Nur bei den unteren Planeten kann ein voller Phasenverlauf beobachtet werden.




[10.03.2018]