Die M81-Gruppe mit galaktischem Zirrus
Kommentar: Das Sternbild Großer Bär (Ursa Major) beherbergt eine Menge sehenswerter Galaxien. Mitunter die bekanntesten Vertreter sind Messier 81 und 82, die die Schwergewichte in der sogenannten M81-Gruppe bilden. Daneben gehören insgesamt 32 weiter Objekte dazu, fünf davon sind im NGC-Katalog enthalten. Von diesen sind vor allem NGC 2976 und NGC 3077 für visuelle Beobachtungen interessant. Die Entfernung der Gruppe wurde mit ca. 3,6 Mpc bestimmt und ist relativ gering. Die Leo I Galaxiengruppe ist beispielsweise rund 10 mal so weit entfernt.

Messier 81 ist eine der auffälligsten Galaxien am Himmel. Übertroffen wird sie nur von der Andromeda-Galaxie und der Triangulum-Galaxie. Sie wird auch Bode's Galaxy genannt, womit ihr Entdecker Johann Elert Bode geehrt wird. Auch die nur 38' entfernt stehende M82 wurde von ihm entdeckt (Dezember 1774 in Berlin). Das Paar ist bereits mit einem Feldstecher ein tolles Beobachtungobjekt.

Bei M82, die – dank ihrer filigranen, dunklen Staubstrukturen – zu den Highlights für die visuelle Beobachtung gehört, handelt es sich dem aktuellsten Forschungstand nach um eine irreguläre Galaxie vom Typ I0, die wir von der Seite sehen. Weiterhin wird sie als Starburst-Galaxie mit erhöhter Sternentstehungsrate und als Radio-Quelle des Typs FR I klassifiziert. Letzteres ist die Fanaroff-Riley-Klassifikation von Radio-Quellen, wobei man bei FR I direkt Emissionen aus dem aktiven Kern empfängt. Bei FR II wird der direkte Blick durch Staub verhindert.

NGC 3077 ist eine irreguläre Galaxie in der M81-Gruppe. Nach heutigen erkenntnissen kam sie M81 vor ca. 300 Millionen Jahren sehr nahe und löste dabei eine erhöhte Sternentstehungsrate aus. Es existiert auch ein schwacher Materieschweif aus Wasserstoff zwischen den beiden Galaxien.

Die Spiralgalaxie NGC 2976 ist ebenfalls Teil der M81-Gruppe, die ca. 12 Millionen Lichtjahre von uns entfernt ist. Sie wurde von Friedrich Wilhelm Herschel entdeckt und ist eine Begleitgalaxie von M81.

Dieses Bild ist eine LRGB+Hα-Aufnahme mit insgesamt 10,5 Stunden Belichtungszeit. 4 Stunden Luminanz davon habe ich am 6.4.2010 aufgenommen und die letzten 2 am 10.4.2010. Farb- und H-Alpha-Belichtungen stammen vom 16.04.2010. Das Aufnahmegerät war der kleine Pentax 75 SDHF Refraktor mit SBIG STL-11000 CCD-Kamera und Baader CCD LRGBHa-Filtersatz. Eine reine S/W-Version mit stärker betontem IFN gibt es hier zu sehen.
Morphologie-Typ von Messier 81: SA (s) ab LINER
Morphologie-Typ von Messier 82: I0 edge-on Starburst / FR I
Morphologie-Typ von NGC 2976: SAc pec
Morphologie-Typ von NGC 3077: I0 pec

The Integrated Flux Nebula – Galaktischer Zirrus
Neben den vielen Galaxien ist noch etwas ganz anderes zu sehen: der sogenannte Integrated Flux Nebula oder Galaktischer Zirrus. Hierbei handelt es sich um interstellare Materie (Gas und Staub) unserer Galaxis. Die dünnen Wolken haben eine sehr geringe Flächenhelligkeit und sind nur auf lang belichteten Aufnahmen zu erkennen. Entdeckt wurden sie im Jahr 1975 von Alan Sandage mit dem 1,2 m-Palomar Schmidt Telekop.

Mehr von der M81-Gruppe


Links zu den Objekten der M81 Gruppe
Messier 81
Messier 82
NGC 3077
NGC 2976
Links zum Integrated Flux Nebula

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